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mehr über mich
Vom Wildfang zum stillen Mädchen.
Heute begleite ich Menschen dabei, wieder auf ihr Herz zu hören und ihren eigenen Weg zu gehen. Bis ich selbst dort angekommen bin, war es allerdings ein ziemlich langer Weg.
Meine Geschichte
Sommer 1969 - da bin ich
Geboren wurde ich im Sommer 1969 im Kanton Nidwalden, als zweites von insgesamt vier Kindern und erstes Mädchen. Meine frühesten Erinnerungen sind schön. Ich freute mich immer riesig, meine Tanten, Onkel, Grosseltern, Cousins und Cousinen zu treffen. Draussen sein, mit Wasser experimentieren, die Hügel runterrutschen, singen und tanzen – all das machte mir unendlich viel Freude. Wenn ich an dieses kleine Mädchen zurückdenke, sehe ich ein Kind, das stets ein Lächeln auf den Lippen hatte.
Meine ersten Jahre – als ein Schatten über mein Lächeln fiel
Irgendwann gab es einen gewaltigen Schnitt in diese unbekümmerten Kindertage. Was genau der Auslöser war, weiss ich bis heute nicht. Meine Mutter war gerade einmal 25½ Jahre alt und hatte bereits vier Kinder. Mein Vater arbeitete viel und war als Elektromonteur oft die ganze Woche unterwegs. Meine Mutter war vermutlich schlicht überfordert mit uns. Wir waren laut, neugierig, voller Tatendrang und experimentierfreudig – besonders meine Schwester und ich waren richtige Lausemädel. Gleichzeitig ging es meiner Mutter zunehmend schlechter. Und ich spürte das. Selbst wenn ich gar nicht in ihrer Nähe war, fühlte es sich an, als lege sich ein Schatten über mich und „stiehlt“ mir mein Lächeln, meine Frohnatur. In der Schule fragten mich Lehrer immer wieder, weshalb ich so traurig und melancholisch sei. Meine Antwort war: „Weil es meiner Mutter nicht gut geht.“
Als ich lernte, unsichtbar zu werden
Ich war ungefähr sieben oder acht Jahre alt, als meine Mutter ihren ersten Nervenzusammenbruch hatte. Danach wurde mein Leben zunehmend schwieriger. Ich lernte, mich unsichtbar zu machen. Möglichst leise zu sein. Alles zu tun, damit ich ihr eine Freude bereiten konnte. Die Schule dagegen war für mich ein Ort, an dem ich „frei atmen“ konnte. Ich war wissbegierig und das Lernen fiel mir überhaupt nicht schwer. Und doch gab es gleichzeitig diese andere Seite in mir: Ich bestahl wiederholt meine Eltern und begann, mit Feuer zu spielen. Dafür wurde ich bestraft und verhauen. Die Schläge waren nicht das, was mich am tiefsten traf. Viel schlimmer war das tagelange Schweigen meiner Mutter. Ein Satz aus dieser Zeit hat sich regelrecht in mich eingefressen:
„Glaube bloss nicht, dass irgendetwas vergessen ist! Du kannst froh sein, wenn überhaupt noch jemand mit dir sprechen will!“ Heute kann ich erkennen, wie früh ich gelernt hatte, mich anzupassen, Verantwortung für die Gefühle anderer zu übernehmen und mich selbst dabei immer weniger wahrzunehmen.
Mit 16 lernte ich, was Freiheit bedeutet
Trotz vieler belastender Erfahrungen verlor ich nie ganz meine Sehnsucht nach Freiheit.
Mit 16 Jahren zog ich von zu Hause aus, lernte Französisch in Genf und absolvierte später die Hotel- und Touristikfachschule. Zum ersten Mal erlebte ich, wie es sich anfühlt, mein eigenes Leben zu gestalten und auf eigenen Beinen zu stehen.
Nach der Hotelfachschule arbeitete ich in Arosa und später in Luzern. Ich liebte die Reception, den Kontakt mit Gästen und die Möglichkeit, den Urlaub anderer Menschen schön zu gestalten.
Mutter von drei Kindern – und plötzlich fehlte wieder jemand: ich
Ab Mitte Zwanzig wurde ich Mutter von drei Kindern.
Familie bedeutete mir alles - gleichzeitig spürte ich, dass ich mich selbst dabei immer wieder verlor.
Gemeinsam mit meinem damaligen Mann führte ich ein Elektrofachgeschäft, engagierte mich über viele Jahre ehrenamtlich und übernahm Verantwortung in unterschiedlichsten Bereichen. Ich funktionierte – oft für alle anderen, selten für mich selbst.
Pablo, Julia und Felix, unsere drei Kinder, trugen sehr stark dazu bei, dass ich meine Lebensfreude nie ganz verlor. Sie während ihrer Kindheit und Jugend begleiten zu dürfen, war für mich ein grosses Geschenk und ein Segen.
Die Trennung und spätere Scheidung wurden zu einem Wendepunkt.
Für unsere Kinder war diese Zeit nicht leicht und mein schlechtes Gewissen ihnen gegenüber begleitete mich noch viele Jahre. Heute stehen die Drei fest in ihrem Leben und üben einen Beruf aus, der ihnen Spass und Freude macht.
Neustart und Beginn in eine für mich faszinierende Welt
Ich begann mich intensiv mit Astrologie, Persönlichkeitsentwicklung und Coaching auseinanderzusetzen und machte mich selbständig.
Doch alte Muster begleiteten mich weiterhin. Existenzängste, eine toxische Beziehung und ein Burnout führten mich erneut an meine Grenzen.
Trotzdem gab ich die Suche nach meinem eigenen Weg nie auf.
Nach der Corona-Zeit arbeitete ich wieder als Angestellte und fand bei den Arosa Bergbahnen einen Beruf, der mir sehr viel Freude bereitete. Ich konnte mir sehr gut vorstellen, bis zur Pensionierung als gute Seele an Kasse/Infoschalter und im Backoffice zu wirken.
Und dann kam Daniel in mein Leben
Daniel
Für einen kurzen Moment dachte ich: Jetzt bin ich angekommen. Wir lernten uns kennen und kamen uns schnell näher. Schon bald beschlossen wir, zusammenzuziehen, sobald wir eine Wohnung in Arosa finden würden. Keine leichte Aufgabe – und trotzdem schien plötzlich alles zu passen. Wir waren in einem unglaublichen Flow. Wir konnten sogar zwischen drei Wohnungen wählen, entschieden uns für die Wohnung direkt am See, planten unseren Umzug und kauften Möbel. Unser gemeinsames Leben lag vor uns.

4. Oktober 2025 An diesem Abend feierten wir den Geburtstag meiner Mutter. Es war ein schöner, gemütlicher Abend voller Harmonie und Wohlwollen. Beim Abschied sagte meine Mutter zu Daniel: „Schau gut auf mein Mädchen!“ Und zu mir: „Geniesse die Zeit mit deinem Liebling!“ So etwas hatte ich in meinem ganzen Leben noch nie von ihr gehört. Deshalb bedeuteten sie uns beiden sehr viel.
Am nächsten Morgen hörte Daniels Herz auf zu schlagen
Den Sonntag wollten wir gemütlich angehen. Ausschlafen, Frühstücken und anschliessend anfangen, meine Sachen zu sortieren und zu packen. Und plötzlich hörte Daniels Herz auf zu schlagen. Ich reagierte sofort, rief den Notruf und reanimierte ihn, bis die Ambulanz eintraf. Die Rettungskräfte und die REGA taten alles für ihn. Daniel kam nicht zurück.
Meine Grundmauern gerieten ins Wanken
Zuerst ging es mir erstaunlicherweise gar nicht so schlecht. Doch als ich wieder zu arbeiten begann, brach ich in mich zusammen. Ich tastete mich langsam zurück in den Alltag, nahm mir viel Zeit für mich und meine Trauer. Gleichzeitig spürte ich immer deutlicher: Meine Zeit bei den Arosa Bergbahnen ist vorbei. Daniels Tod hatte etwas in mir verändert. Meine Werte hatten sich verschoben. Für Jammern und Motzen wegen Kleinigkeiten fehlte mir plötzlich jedes Verständnis. Und etwas anderes kehrte zurück. Meine Feinfühligkeit. Ich spürte wieder sehr schnell, wenn jemand nicht ehrlich war, wenn Komödie gespielt wurde. Vor allem aber war da plötzlich wieder diese innere Kraft. Eine klare Stimme, die wieder begleiten wollte.
Ich begann, wieder mit meinem Herzen zu sprechen
Ich fragte es nach seinen Wünschen. Ich bat meine Seele, mir unseren gemeinsamen Weg zu zeigen. Und aus diesen Gesprächen entstanden meine Wanderungen an den Küsten von Wales. Warum Wales? Ich kann Dir darauf keine vernünftige, logisch durchdachte Antwort geben. Da war einfach diese unglaubliche Klarheit: ICH MUSS JETZT IN WALES SEIN.
Und heute?
Wohin mein Weg mich führen wird, weiss ich aktuell nicht. Und vielleicht muss ich das auch gar nicht wissen. Ich mache gerade so viele schöne Erfahrungen, treffe Menschen, tausche mich mit ihnen aus und merke dabei immer deutlicher, was sich wie ein roter Faden durch mein Leben zieht. Ich kenne das Gefühl, sich anzupassen. Ich weiss, wie es sich anfühlt, Verantwortung für andere zu übernehmen und sich selbst dabei aus den Augen zu verlieren. Ich kenne das Funktionieren, Existenzängste, Trennungen, Burnout und das Gefühl, wieder von vorne anfangen zu müssen. Und ich weiss heute auch, wie es sich anfühlt, wenn ich aufhöre, die Antworten im Aussen zu suchen und wieder meinem eigenen Herzen zuhöre.
Heute bin ich Herzlotsin
Ich begleite Frauen und Männer dabei, wieder eine enge Verbindung zu ihrem Herzen aufzubauen, sich selbst zu spüren und Entscheidungen aus sich heraus zu treffen. Denn wenn ich eines aus meinem eigenen Leben mitgenommen habe, dann dieses: Wir wissen nicht, wie viel Zeit uns bleibt. Doch solange wir hier sind, können wir entscheiden, wie wir diese Zeit leben möchten. Ich habe viele Jahre gebraucht, um wieder bei dem kleinen Mädchen anzukommen, das einmal mit einem Lächeln auf den Lippen durchs Leben ging, neugierig war, experimentierte, sang, tanzte und einfach Freude hatte. Vielleicht bedeutet mein Herzweg deshalb gar nicht, jemand Neues zu werden. Vielleicht führt er mich einfach immer weiter zurück zu mir. Und genau diesen Weg gehe ich heute.
Lass uns persönlich sprechen.
Du möchtest herausfinden, ob und wie ich dich bei deinem nächsten Schritt unterstützen kann? Dann lass uns ganz unkompliziert miteinander sprechen. In einem kostenlosen Erstgespräch schauen wir gemeinsam auf deine Situation, deine Ziele und darauf, was für dich sinnvoll sein könnte.
©Manuela Zanini 2026